Nachdem die Südspitze Helgolands 1947 durch eine gigantische Sprengung mitsamt der Militäranlagen zerstört wurde, entstand an dieser Stelle das heutige Mittelland. 1952 wurde die Insel an die Bundesrepublik Deutschland abgetreten, woraufhin auch wieder Zivilbevölkerung auf die Hochseeinsel zurückkehren durfte. Eine Wiederaufbaukommission wurde 1952 ins Leben gerufen.
Zur Erleichterung der Transportaufgaben zwischen den Ebenen sollte ab 1953 eine neue Lorenbahn entstehen, die mittels einer Förderwinde betrieben werden sollte. Die Spurweite sollte 600 mm betragen. Hierfür mussten zwei neue Tunnelstrecken südlich gebaut werden, um sich den neuen Geländeverhältnissen anzupassen. Die Bahn nahm im Hafenbereich an der Marinemole (heute das Zollamt am Scheibenhafen) ihren Ausgang und führte in den unteren Tunnel. Nach dessen Verlassen führte das Gleis in eine Ausweiche, in der sich - wie bei einer Standseilbahn - die Loren begegnen konnten. Danach fuhr die Bahn in den zweiten Tunnel ein und endete auf dem Oberland südlich des heutigen Leuchtturms. Hier wurde ein Maschinenraum gebaut, in dem sich die Förderwinde befand. Die Strecke war rund 450 Meter lang.
1955 war die Anlage fast fertiggestellt, als bei einem starken Regen die Maschinananlage für die Winde beschädigt und unbrauchbar wurde. Geld war nicht mehr vorhanden, so dass das Projekt erst einmal ruhte und später ganz aufgegeben wurde. Der untere Tunnel wurde zugeschüttet, der obere hingegen planiert und dient heute mit der offiziellen Bezeichnung »Frachtstraße« als Durchfahrt für die Elektrokarren. Gleisreste sind immer noch zu erkennen.
24.07.1972
Blick vom Oberland auf den oberen Tunnel der alten Förderbahn. Im Tunnel wird gearbeitet, um hier künftig eine einspurige Straße einzurichten.
24.07.1972
Noch 1972 lag die Ausweiche und das Förderseil an Ort und Stelle zwischen den beiden Tunneln der Förderbahn.
24.07.1972
Vom oberen Tunnel geht hier der Blick auf den unteren Tunnel mit der Marinemole und den Scheibenhafen im Hintergrund. Die jahrelang ungenutzte Förderbahn ist schon lange mit Steinen blockiert.
22.04.2006
Wieder der Blick vom Oberland auf den oberen Tunnel der alten Förderbahn, nun aber im April 2006. Noch immer sind die Gleisreste im Vordergrund zu erkennen.
22.04.2006
Blick vom Leuchtturm Helgoland auf den oberen Tunnelmund, durch den heute die Frachtstraße verläuft. Wegen der Enge im Tunnel ist Fußgängerverkehr nicht gestattet. Links an der Mole ist das Feuerschiff "Elbe 1" zu sehen, das üblicherweise als Museumsschiff in Cuxhaven liegt und mit dem der Fotograf anreiste.
22.04.2006
Blick zurück auf den Leuchtturm von Helgoland, der nur einige hundert Meter nördlich des Tunnelmunds steht.
