11.04.2008  -  UBB soll ab Juni bis Swinemnde fahren

K U R Z I N F O
Die Verlngerung der Strecke der Usedomer Bderbahn (UBB) ins polnische Swinemnde (Swinoujscie) ist fertiggestellt. Fugnger und Fahrradfahrer inspizieren bereits den neuen Bahnsteig.

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[MVregio Landesdienst mv/b] Die Verlngerung der Strecke der Usedomer Bderbahn (UBB) ins polnische Swinemnde (Swinoujscie) ist fertiggestellt. Fugnger und Fahrradfahrer inspizieren bereits den neuen Bahnsteig. Die Schienen sind verlegt, die Signalanlagen funktionieren, nur die Glasscheiben fr die beiden Wartehuschen mit Giebeldach mssen noch eingesetzt werden. Aber noch rollt kein Zug. Denn die Betriebsgenehmigung von der zustndigen polnischen Behrde steht noch aus.

"Wir hoffen, dass wir die Strecke am 8. Juni erffnen knnen", sagte UBB-Geschftsfhrer Jrgen Boe am Samstag. Der Bau der 1,5 Kilometer langen Trasse von Ahlbeck im deutschen Teil Usedoms nach Swinemnde habe im August vergangenen Jahres begonnen und sei Ende Mrz abgeschlossen worden. Damit seien auch die Voraussetzungen fr eine schnellere Zugverbindung von Berlin nach Usedom geschaffen worden, betonte der UBB-Chef. Die Bahntrasse habe die Deutsche Bahn (DB) von der Stadt Swinemnde fr die Dauer von 30 Jahren gepachtet. Die Verlngerung der Strecke hat 3,2 Millionen Euro gekostet. Davon sind Boe zufolge 90 Prozent aus EU-Frdermitteln finanziert worden, zehn Prozent hat die DB bernommen.

Die DB-Tochter UBB rechnet mit rund 300 000 Fahrgsten jhrlich, darunter zunchst zehn Prozent polnische Kunden, die den neuen Streckenabschnitt zwischen Ahlbeck und Swinemnde nutzen. Langfristig prognostiziert Boe eine Steigerung der Zahl der Fahrgste aus Deutschland und Polen. Gegenber der UBB-Endhaltestelle in Swinemnde entsteht derzeit ein Komplex mit 2000 Wohnungen und einem groen Einkaufszentrum. Der Swinemnder Hafen, den die NATO den Angaben zufolge zu ihrem grten Marinesttzpunkt in der Ostsee ausbauen will, ist nur einen Kilometer entfernt. Viele Usedomer wrden hier zuknftig Arbeit finden, sagte Boe. Deutsche kauften Eigentumswohnungen in Swinemnde. Die Polen wrden knftig auf der deutschen Seite Usedoms unter anderem im Gastgewerbe Jobs suchen. Von dem wirtschaftlichen Aufschwung profitiere auch die UBB, sagte Boe.

Dass die Zge auf der neuen Trasse voraussichtlich erst im Juni fahren knnten, sei zurckzufhren auf ein kompliziertes zwischenstaatliches Brokratiegeflecht. Erstmals in Europa habe ein Bahnunternehmen in ein Streckennetz in einem anderen Staat investiert, erluterte Boe. Fred Burchardt, stellvertretender UBB-Eisenbahnbetriebsleiter ergnzte: "Beide Seiten hatten keine Erfahrungen mit solch einem grenzberschreitenden Bahnprojekt."

Die Initiative, die im Jahr 1948 demontierte Bahnverbindung zwischen den beiden Kstenorten wieder auszubauen, sei 1997 entstanden, als die UBB-Strecke bis Ahlbeck abgeschlossen wurde. Zehn Jahre habe es also gedauert, bis die Baugenehmigung aus Polen vorlag, drei Bauantrge seien zwischenzeitlich gescheitert, sagte Burchardt. Boe ergnzte: Es sei immer der brokratische Vorlauf, der viel Zeit beanspruche, die Bauarbeiten wrden dann meist zgig durchgefhrt. Mit der voraussichtlichen Inbetriebnahme der UBB-Strecke von Ahlbeck nach Swinemnde im Juni hat die DB gleichzeitig ein Etappenziel eines noch wesentlich ambitionierten Verkehrsprojekts erreicht. Die derzeitige Bahn-Fahrzeit von Berlin nach Usedom von rund vier Stunden soll auf zwei Stunden verkrzt werden. Nach unterschiedlichen Angaben von DB-Fhrungskrften knnte es zwischen 2015 und 2018/2019 soweit sein.

Dafr muss von Swinemnde eine fnf Kilometer lange Trasse auf polnischem Territorium bis nach Garz auf Usedom gebaut werden. Eine Studie dazu sei derzeit in Arbeit, sagte Boe. Auerdem muss die 1945 gesprengte Karniner Brcke wieder errichtet werden. Die Gesamtkosten fr die im Bundesverkehrswegeplan aufgenommene Wiederinbetriebnahme der Strecke von Swinemnde bis Ducherow werden nach Boes Worten bei 120 Millionen Euro liegen.

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