Die Halligen Oland und Langeneß befinden sich in der nordfriesischen »Halligenwelt« südöstlich der Insel Föhr. Oland (dänisch friesisch Ualöön) ist die kleinere Insel und nur rund 2,2 Kilometer innerhalb des Sommerdeichs lang bei einer Breite von rund 500 m (Gesamtfläche heute 0,96 km²). Auf ihr gibt es nur eine einzige gemeinschaftliche Warft mit 17 Häusern zuzüglich Kirche, einem feuerwehrgerätehäuschen und einem Dieselgeneratorraum. Deutlich größer ist Langeneß mit 10 km Länge und einer Breite von bis zu 1.400 m (Gesamtgröße 956 ha), die sich aus ursprünglich drei getrennten Halligen zusammensetzt. Hier existieren heute gleich 16 Warften mit insgesamt 58 Haushalten. Beide Halligen bilden zusammen die Gemeinde Langeneß-Oland.
Schon im Jahre 1860 wurde Oland erstmalig durch einen Damm mit dem Festland verbunden, der jedoch mehrfach durch Sturmfluten zerstört wurde. Erst ein zwischen 1925 bis 1927 gebauter Damm nach Dagebüll hatte Bestand. Für den schnellen Transport von Mensch und Material wurde bereits damals ein Feldbahngleis auf dem Damm verlegt, das über Oland weiter zur Hallig Langeneß führt und so eine Länge von rund 9 km erreicht. Vordringlicher Zweck des Damms war die Verhinderung von Umspülungen, d.h. die Befestigung der Ufer. Durch die Strömungen des Meeres und gelegentliche Sturmfluten unterliegen die Halligen ohne diese Maßnahmen steten Veränderungen und sogar der Gefahr des vollständigen Untergangs.
Das Marschenbauamt entschied sich bei dem Bau der Lorenbahn für die heute ungewöhnliche Spurweite von 900 mm – wahrscheinlich auf Grund der räumlichen Nähe zur Amrumer Inselbahn. Auf halbem Weg befindet sich eine Ausweichstelle, um entgegenkommenden Loren das Rücksetzen zu ersparen. Die Bahn ist nur bei niedrigem Wasserstand befahrbar, bei hoher Tide sind die Gleise regelmäßig überflutet und lassen keinen Bahnverkehr mehr zu. Zumindest Langeneß ist allerdings auch regelmäßig mit der Fähre von Wittdün aus erreichbar.
Vor allem Oland konnte auf Grund des Dammbaus auf seiner Ostseite einiges an Land gewinnen, während der Westen der Hallig endlich durch die Befestigung der Insel nicht weiter abgetragen wurde. Während das Bauamt fortschrittlich mit Lokomotiven über den Damm fuhr, wollten auch die Halligbewohner ihren Anschluss an das Festland nutzen: Der private Lorenverkehr mit oftmals selbst gebauten Vehikeln wird seitdem »geduldet«. Heute stehen für die Unterhaltungsarbeiten neben vier Lokomotiven (siehe Liste unten) des Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN-SH) auch Mannschafts- und Bereisungswagen sowie die üblichen Loren zur Verfügung.
Zwischen 2000 und 2009 wurde der bisherige Damm zwischen Dagebüll und Oland durch einen neuen Damm ersetzt, der wenige Meter weiter entstand und 65 Zentimeter über dem Niveau des alten liegt. Mit dem 5,8 Millionen Euro teuren Neubau soll die Lorenstrecke deutlich hochwassersicherer werden als bisher. Die Planungen sehen auch eine Erneuerung des Damms zwischen Oland und Langeneß vor.
Auch heute noch sind die Privatloren der Halligbewohner äußerst sehenswert: Diese bestehen oft nur aus einem Fahrgestell, von dem eine Achse mittels eines Keilriemens von einem Vergasermotor angetrieben wird. Wenn ein Fahrtrichtungswechsel vorgenommen wird, braucht der Motor nur in seiner Halterung umgedreht zu werden. Bevor sich die Motoren in den 1960er-Jahren durchsetzten, benutzten die Halligbewohner noch regelmäßig Segel, mit denen sie bei entsprechendem Wind über die Schmalspurgleise surften.
| Hersteller | Fabriknr. | Baujahr | Herstellertyp | Bauart | Fahrzeugnr. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Schöma | 2550 | 1961 | CHL 20 G | B-dm | 4 | ![]() |
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| Schöma | 3263 | 1970 | CHL 20 G | B-dh | 3 | ![]() |
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| Schöma | 4025 | 1975 | CHL 20 G | B-dh | 2 | ![]() |
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| Schöma | 4816 | 1985 | CHL 20 G | B-dh | 1 | ![]() |
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| Schöma | 6419 | 2009 | CHL 20 G | B-dh | ![]() |
28.10.1998
An der Deichüberquerung besitzt die Strecke vor dem Übergang ins Watt ein kurzes Abstellgleis. Über dem Deich ist das Unterfeuer Dagebüll zu erkennen.
28.10.1998
Blick in das Watt. Auf der Strecke ist ein kurzer Lorenzug unterwegs. Mittlerweile wurden an dieser Stelle bereits die Gleisanlagen und die Strecke etwas umtrassiert.
03.08.1987
Größere Erdarbeiten stehen an. Auf dem Streckengleis stehen zwei der WSA-Loks mit Mannschaftswagen bereit.
16.08.1996
Nur noch einige hundert Meter, und diese Ausflugsgesellschaft hinter der WSA-Lok 1 kommt im Dagebüller Bauhof zum Stehen.
16.08.1996
Für Personentransporte sind auf einigen Loren Gartenbänke befestigt worden. Richtig gut ausgelastet ist dieser Zug an der Deichüberquerung
02.04.2002
Eine Halligbewohnerin erreicht mitsamt ihres vierbeinigen Gefährtens das Festland, wo hinter dem Bahnübergang der ALR-Betriebshof liegt. Hier stehen die Autos der Insulaner bereit.
02.04.2002
Sonnenuntergang über dem Dagebüller Deich. An dem Wegübergang wurden mittlerweile Andreaskreuze aufgestellt.
30.04.2005
Der "Endbahnhof" Langeneß ist der westlichste Punkt der 900-mm-spurigen Lorenbahn von Dagebüll aus. Ein Ausweichgleis und Prellbock am Hauptgleis reichen aus.
30.04.2005
Der Bildautor bringt es in seinen mitgelieferten Bildtexten auf den Punkt: "Übelst gepimpte Lore im Endbahnhof Langeneß".
01.05.2005
"Unendliche Weiten..." der Halliglandschaften. Hier wiederum der Streckenverlauf auf der Hallig Oland, diesmal in Blickrichtung Dagebüll.
01.05.2005
Schnurgerade geht die Fahrt über die Hallig Oland. Die wenigen Häuser der kleinen Insel liegen alle auf einer Warft.
05.2003
Eine der Dagebüller Schöma-Loks des ALR rollt mit drei Wagen den Deich hinunter Richtung Oland.
05.2003
Das Ausweichgleis kurz vor Ereichen des Lorendammes im Watt besteht aus einem kurzen abzweigenden Gleis. Nach dem Bahnübergang beginnt direkt das Watt.
05.2003
Die gleiche Stelle wie auf dem vorangegangenen Bild: Der Mülleimer-Transportwagen blockiert hier das Hauptgleis.
02.08.1986
Zwei Motorloren im Dagebüller Bauhof. Als Puffer dient ein alter Autoreifen. Die vordere Lore ist bereits mit Koffern und Taschen bepackt – gleich geht die Fahrt los!
02.08.1986
Auf geht die Fahrt! Die Motorloren haben den Deich überwunden und rauschen nun über den Damm mitten durch das Watt Richtung Oland.
02.08.1986
Rückschuss auf die gleiche Motorlore, wenige Sekunden später: Die zur Hallig reisenden Urlauber scheinen die Fahrt auf dem eigentümlichen Gefährt zu genießen!
02.08.1986
Eine weitere Motorlore macht sich auf den Weg Richtung Oland. Im Hintergrund ist schön die Steigung im Gleis bei der Überwindung des Deiches zu erkennen.
02.08.1986
Rückschuss auf den gleichen Lorenzug. Die kleine Frachtlore, auf der eine Kühltasche thront, wird geschoben.
02.08.1986
Abgestellte Kipploren warten im ALR-Bauhof auf ihren nächsten Einsatz. Mit den Wagen werden Steine und andere Baumaterialien an die jeweiligen Baustellen der Bahn transportiert.
02.08.1986
Eigentümliche Gefährte für den Personenverkehr stehen in Dagebüll abgestellt: Fast alle entstanden in reinem Selbstbau. Einige der Mannschaftswagen besitzen für die kalte Jahreszeit kleine Öfen.
02.08.1986
Auch die Dagebüller Halligbahn verwendet die klassischen Kipploren für den Transport von Baumaterialien. Normalerweise werden an den Strombaustellen schwere Wackersteine abgeladen.
02.08.1986
Apropos schwere Wackersteine: Einige klassische Exemplare sind hier angehäuft. Das Gefährt im Vordergrund macht allerdings nicht den Eindruck, als ob es für diese Lasten gebaut sei.
25.04.2007
Zurzeit laufen wieder Arbeiten am Bahndamm der Halligbahn Dagebüll - Oland. Das alte Gleis wird durch ein neues ausgetauscht, das einige Meter seitlich auf einem eigens neu aufgeschütteten Damm verlegt wird. Hier ist noch die alte Strecke zu sehen...
25.04.2007
Blick vom Deich bei Dagebüll auf den Abzweig der 900mm-spurigen Strecke ins Watt. Große Steine wurden zu einem Haufen aufgetürmt, um von hier aus zu den Baustellen zu gelangen.
25.04.2007
...und hier die neue Trasse. Im April, als dieses Bild entstand, waren die neuen Betonschwellen bereits verlegt.
21.05.2007
Verladetätigkeiten am dagebüller Deich. Ein Bagger hilft dabei, die Kipploren der Bauzüge zu beladen.
21.05.2007
Ein beladener Lorenzug auf dem Damm. Im Hintergrund ist noch schwach der nächste Zug zu erkennen, der diesem bald nachfolgt.
21.05.2007
Rückblick auf den Lorenzug zur Dammbaustelle. IUm Hintergrund kann man schwach eine Warft auf der Hallig Oland erkennen.
21.05.2007
Der zweite Lorenzug macht sich von dagebüll aus auf den Weg über die Halligstrecke. Zuglok ist die Schöma 4816 aus dem Jahre 1985.
29.04.2007
Im Dagebüller Bauhof steht diese Lore bereit - die Halligbewohner fahren zum Teil mit sehr fantasievollen Eigenkonstruktionen über das 900mm-Gleis.
29.04.2007
Die "Kisten" der Motorloren dienen nicht nur als Motorhaube, sondern auch als Sitzbank für die Fahrgäste. Die Passagiere sitzen längsseits auf beiden Seiten.
29.04.2007
Eine der ungewöhnlichen Motorloren der Halligbewohner, die in Dagebüll auf ihre nächste Fahrt wartet.
03.02.2010
Der Winter 2009/2010 war nach vielen Jahren wieder richtig hart. Auch die Halligbahn hat mit den eisigen Temperaturen zu kämpfen. An dieser Schöma wird gearbeitet.
