Wie die Zeitung Nordkurier berichtet, hat sich UBB-Geschäftsführer Jürgen Boße jetzt zu dem möglichen Fahrzeitgewinn für Usedom für den Fall geäußert, dass die Karniner Strecke wieder reaktiviert werden würde (siehe Meldung vom 25.01.2010 auf inselbahn.de). Demnach sei der Wiederaufbau der 1945 stillgelegten Strecke Ahlbeck - Swinemünde - Ducherow nicht für alle Usedomer mit Ziel Berlin fahrzeitmäßig von Vorteil.
Boße berichtet, dass die Fahrzeit zwischen der Haupstadt Berlin und Heringsdorf auf 2 Stunden und 8 Minuten reduziert werden könnte, wenn die Ausbaupläne nach dem jetzigen Stand umgesetzt werden würden. Momentan müssen Fahrgäste von Heringsdorf aus über die bestehende Verbindung über Züssow 3 Stunden und 40 Minuten einplanen. Hier käme zu tragen, dass auf der eingleisigen UBB-Strecke lediglich 80 km/h erlaubt seinen und viele Zwischenhalte einzurechnen seien. Für die Karniner Variante rechne Boße bei dem Verkehr mit Fernzügen lediglich mit Zwischenhalten in Swinemünde, Ducherow und Pasewalk. Eine Fahrt über Karnin sei deshalb in puncto fahrzeitgewinn nicht für jeden Usedomer von Vorteil, sondern vor allem für Passagiere mit einem Endziel im Süden und in der Mitte der Insel bis Zempin. »Zinnowitz ist der Punkt, an dem es kippt«, wird Boße dabei vom Nordkurier zitiert. Für den Insel-Norden sei auch weiterhin die Fahrt über Züssow günstiger.
