Die Halligbahnen gehören eigentlich zu den Küstenschutzbahnen der Küstensicherungsbehörde, dienen aber auf Grund der besonders abgeschiedenen Situation der Halligbewohner auch deren Selbstversorgung mit eigenen Fahrzeugen. Ein öffentlicher Verkehr besteht zwar nicht, doch wird der private Lorenverkehr auf den Halligbahnen geduldet. Neben den lokbespannten Zügen des Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN-SH) sind daher auch private Motorloren regelmäßig auf den Strecken zu sehen.
Als Wellenbrecher erfüllen die zehn Halligen vor der nordfriesischen Küste einen unschätzbaren Wert. Um ihren Schutz und ihre Unterhaltung zu sichern, entstanden um zwischen 1925 und 1934 die beiden heute noch existierenden Halligbahnen von Cecilienkoog nach Nordstrandischmoor (Spurweite 600 mm; kleiner Kreis rechts) und von Dagebüll nach Oland und Langeneß (analog der Amrumer Inselbahn mit 900 mm Spurweite; rechts im großen Kreis).
Beide Bahnen lassen sich festlandseitig problemlos besuchen. Zumindest der Motorlorenbetrieb läuft ganz den Bedürfnissen der Halligbewohner entsprechend ganztägig und wird im Wesentlichen vom Wetter und den Gezeiten beeinflusst. Der Betrieb des LKN-SH beschränkt sich vornehmlich auf Werktage und richtet sich nach den Gezeiten. Oftmals rücken die Bauzüge bereits mit Sonnenaufgang zu ihren Baustellen aus.
